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Hauptursache
des globalen Klimawandels ist die Verbrennung fossiler Energieträger,
vor allem Kohle. Nichtsdestotrotz ist zukünftig aufgrund von
Versorgungssicherheits- und Wirtschaftlichkeitserwägungen mit
einem erheblichen Zubau von Kohlenkraftwerken zu rechnen –
eine klimapolitisch problematische Entwicklung. Dabei wird sich
z.T. eine „saubere“ Lösung von den Möglichkeiten
der CO2-Abscheidung und –Deponierung (CCS) erhofft. Der Climate
Talk am 24. Mai 2006 erörterte, ob sich hier wirklich eine
Chance für die klimaschutzpolitische "Versöhnung"
mit der Kohle abzeichnet und mit welchen neuen Probleme dies verbunden
ist.
In
das Thema eingeführt wurde durch Impulsreferate von Dr.
Ottmar Edenhofer (Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung),
Dr. Lutz v. Meyerinck (Deutsche
BP AG) und Dr.
Barbara Praetorius (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung).
In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass bereits
die klimapolitischen Grundlagen – nämlich mit welcher
CO2-Konzentration das Ziel von maximal 2 Grad Celsius Temperatursteigerung
erreicht werden könne – umstritten sind. Dabei wurden
internationale Modelle, die sich an Werten von 500-550 ppm orientierten,
kritisiert. Doch weitgehender Konsens bestand darüber, dass
angesichts der anhaltenden und wachsenden Bedeutung von Kohle weltweit
zumindest mittelfristig CCS ein unverzichtbarer (wenn auch nicht
exklusiver) Bestandteil der Klimaschutzbemühungen sein müsse.
Ergänzend wurde darauf hingewiesen, dass die Abscheidungs-
und Lagerungstechnik nicht nur für Kohle sondern etwa auch
für Öl-, Gas- und sogar Biomasseunternehmen zumindest
technisch eine Option darstelle.
Gleichzeitig
war unumstritten, dass allein mit CCS die Klimaproblematik nicht
zu lösen sei. Vielmehr müsste die Technik ergänzt
werden etwa durch den Ausbau der Erneuerbaren Energien und Energieeffizienzsteigerung.
Dies wurde auch aufgrund der Besorgnis gefordert, dass aufgrund
der noch notwendigen, ggf. langwierigen Forschung zu CCS möglicherweise
bald eine neue Kraftwerksgeneration (mit einer Laufzeit von etwa
40 Jahren) installiert ist, die nicht CCS-kompatibel und auch nicht
nachrüstbar ist. Angesichts dieser „Zeitfalle“
wurde auch auf die Notwendigkeit hingewiesen, kurzfristigere Klimaschutzmöglichkeiten
zu nutzen und zu fördern. In diesem Zusammenhang wurde kritisiert,
dass einige große Energieversorgungsunternehmen in Deutschland
in ihrem Portfolio immer noch zu wenig Erneuerbare Energien vertreten
hätten. Die Nuklearenergie wurde kritisch betrachtet und für
den internationalen Klimaschutz als nicht bedeutend eingeschätzt.
Als
entscheidende Treiber für die Entwicklung von CCS wurden die
Kosten der Energieträger sowie die Leakage-Rate identifiziert.
Außerdem wurde die Bedeutung des Emissionshandels unterstrichen,
da erst ein hoher CO2-Preise CCS wirtschaftlich interessant machen
würde. In diesem Zusammenhang wurde die wichtige Rolle der
nationalen wie internationalen Politik und verbindlicher Emissionsminderungs-Ziele
deutlich.
Als
kritischer Faktor für die öffentliche Akzeptanz von CCS
wurde die bisher ungelöste Frage der Haftung benannt. Außerdem
wurde auf die Bedeutung eines erfolgreichen Monitorings hingewiesen.
Einheitlich wurde die Notwendigkeit von weiterer Forschung unterstrichen,
wobei mehrfach auf den Bedarf an „Leuchtturmprojekten“
geäußert wurde.
Nach
ausgiebiger und lebhafter Diskussion wurden diese und andere Fragen
bei Bier und Pizza in einem nahe gelegenen Restaurant vertieft.
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